Keine Stationierung von US-Mittelstreckenwaffen in Deutschland. Entschlossenen Einsatz für ein Europa ohne Mittelstreckenwaffen.

Ab 2026 sollen landgestützte US-Mittelstreckenwaffen in Deutschland stationiert werden. Die Bundesregierung beabsichtigt darüber hinaus, eigene Typhon-Startsysteme in den USA zu kaufen, die zum Start von u.a. SM-6-Raketen und für Tomahawk-Marschflugkörper geeignet sind. Gleichzeitig arbeitet Deutschland gemeinsam mit anderen europäischen Staaten daran, eigene Mittelstreckenwaffen zu entwickeln. Auch Russland plant noch in diesem Herbst die Stationierung von Oreschnik Mittelstreckenraketen – die bereits im November 2024 im Krieg gegen die Ukraine eingesetzt wurden – in Belarus. Die zu beobachtende Aufrüstung mit destabilisierenden landgestützten Mittelstreckenwaffen in Europa ist gefährlich und die Konsequenzen nicht absehbar.

Wir werden nicht tatenlos dabei zuschauen wie die Rüstungsspirale immer weiter angeheizt wird und rufen deshalb ab dem Antikriegstag am 1. September zu gezielten Protestaktionen für ein Europa ohne Mittelstreckenwaffen auf. Unser Ziel: Möglichst viele Aktionen gegen Mittelstreckenwaffen wollen wir bis zum Jahresende organisieren und unterstützen! Wir können nicht länger warten! Es braucht jetzt ein starkes Signal für Abrüstung!

Landgestützte Mittelstreckenwaffen eignen sich insbesondere als Erstschlagwaffe, um gegnerische, strategisch relevante Ziele anzugreifen, wie Flugabwehr, Kommandozentralen und gegnerische Abschussvorrichtungen. Sie bergen ein enormes Eskalationspotenzial, da sie rasch verlegbar sind und schnell gestartet werden können. Dadurch verkürzt sich die Vorwarnzeit enorm. Wegen den inhärenten Gefahren dieses Waffentyps gab es bis zum Ausstieg der USA 2019 den INF-Vertrag, welcher landgestützte Systeme mit Reichweiten zwischen 500 und 5.500 km verboten hatte.

Gemeinsam fordern wir von der Bundesregierung:

  • Stopp der geplanten Stationierung neuer US-Mittelstreckensysteme in Deutschland!
  • Abbruch der Pläne zum Kauf und zur Entwicklung eigener europäischer Hyperschallwaffen und Marschflugkörper, an denen Deutschland sich beteiligen will!
  • Neue Initiativen für gemeinsame Sicherheit und Zusammenarbeit sowie die langfristige Vision einer neuen Friedensordnung in Europa!
  • Dialog statt Aufrüstung: Wiederaufnahme von Verhandlungen über Rüstungskontrolle und (nukleare) Abrüstung (z.B. für ein multilaterales Folgeabkommen zum INF-Vertrag)!

 

Beteiligt euch an bereits geplanten Aktionen und organisiert Aktionen gegen Mittelstreckenwaffen. Sendet uns Infos zu euren Aktionen an: info@friedensfaehig.de.

Ihr wollt aktiv werden, aber wisst nicht wie? Meldet euch gerne bei euch. Gerne beraten wir euch zu Aktionsideen und weisen auf eure Aktionen gegen Mittelstreckenwaffen hin!

 

Aktionsübersicht (wird fortlaufend ergänzt):


1. September:
Antikriegstag
Musterrede gegen Mittelstreckenwaffen zum Antikriegstag am 1. September 2025, hier lesen. (Weiterverwendung ausdrücklich erwünscht!)
Alle bundesweiten Termine zum Antikriegstag können hier gefunden werden. 

4. September, 19:30 Uhr, Vortrag „Für ein Europa ohne Mittelstreckenwaffen – und welche Rolle Grafenwöhr dabei spielt“ in Weiden
Vortrag von Regina Hagen (Darmstädter Friedensforum/ Kampagne „Friedensfähig statt erstschlagfähig“), VA: GEW Kreis Nordoberpfalz unterstützt vonn IPPNW Weiden. Weitere Infos hier.

9. September, 19 Uhr: Vortrag und Diskussion „Für ein Europa ohne Mittelstreckenwaffen“, Emden
Vortrag und Diskussion „Für ein Europa ohne Mittelstreckenwaffen“ mit Simon Bödecker (Referent für atomare Abrüstung bei „Ohne Rüstung Leben“ und Sprecher der Kampagne „Friedensfähig statt erstschlagfähig.“), 19.30 Uhr, Gröne Stee, Fanny-Hensel-Str. 3A, VA: Emdener Friedensforum [im Rahmen der 18. Emder Friedenstage]. Weitere Infos hier.

12. September, 19:30 Uhr: „Friedenssicherung bis zum Atomkrieg – warum Aufrüstung das Kriegsrisiko erhöht“, ehem. Buchhandlung „Lünebuch“, Lüneburg.
Neue Waffengattungen (z. B. Mittelstreckenraketen in Deutschland) lassen einen Atomkrieg denkbarer erscheinen. Es könnte fatal sein, die Augen vor der Eskalationsspirale zu verschließen. Referent: Ralph Urban, Arzt, ehem. Vorstandsmitglied der IPPNW e.V.. VA: Friedensbündnis Lüneburg. Weitere Infos hier.

20. September: Kundgebung „Keine Mittelstreckenwaffen nach Grafenwöhr“ in Grafenwöhr
Weitere Infos hier.

3. Oktober: Bundesweite Demonstrationen „Nie wieder kriegstüchtig!“ in Berlin und Stuttgart
Eine der zentralen Forderungen dabei: „Keine Stationierung von US-Mittelstreckenwaffen in Deutschland. Entschlossenen Einsatz für ein Europa ohne Mittelstreckenwaffen.“ Weitere Infos hier.

11. Oktober: Demonstration „NATO-Atomkriegsmanöver 2025 stoppen!“ in Nörvenich
Mit Redebeitrag von Kampagnensprecher Simon Bödecker zum Thema Mittelstreckenwaffen. Weitere Infos hier.

16. Oktober: Start der Postkartenaktion „Für eine Zukunft in Frieden – nicht im Bunker!“
Alle Infos hier.

Weitere Aktionen sind in Planung und werden in Kürze hier veröffentlicht!