Jahresrückblick 2025
Ein ereignisreiches Jahr neigt sich dem Ende zu. Angefangen bei unserem Offenen Brief gegen Mittelstreckenwaffen anlässlich der Bundestagswahl über zahlreiche kleinere und größere Aktivitäten bis hin zu unserer Postkartenaktion „Für eine Zukunft in Frieden – nicht im Bunker!“ – es gab jede Menge zu tun. Doch fest steht schon jetzt: 2026 werden die Herausforderungen nicht kleiner! Ganz im Gegenteil: Weiterhin ist die Stationierung neuer landgestützter Mittelstreckenwaffen in Deutschland vorgesehen und die entsprechenden Startsysteme werden beschafft. Neue Rüstungskontrollinitiativen werden weiterhin dringend benötigt.
Doch die vielen motivierenden Momente aus dem Jahr 2025 sind uns ein Ansporn den Protest für ein Europa ohne Mittelstreckenwaffen im kommenden Jahr zu verstärken!
Im folgenden wollen wir einen Einblick in unsere Arbeit im Jahr 2025 geben.
Die Kampagne „Friedensfähig statt erstschlagfähig. Für ein Europa ohne Mittelstreckenwaffen!“ wünscht angeregtes Lesen und einen guten Rutsch ins Jahr 2026!
Offener Brief gegen Mittelstreckenwaffen
Mit einem Offenen Brief wandten wir uns Ende Januar an die Kandidierenden zur Bundestagswahl und forderten von ihnen, ihr angestrebtes Mandat für neue Verhandlungen über Rüstungskontrolle und Abrüstung zu unterstützen und die geplante Stationierung von US-Mittelstreckenwaffen abzulehnen. Damit stießen wir auf ein breites mediales Echo und konnten somit einen kraftvollen Startpunkt für unsere Kampagne setzen!
Kampagnenarbeit braucht Planung!
Die Kampagne ist gegründet, der Offene Brief ist veröffentlicht, Doch was sind nun unsere nächsten Schritte, um den Protest gegen neue landgestützte Mittelstreckenwaffen sichtbar zu machen? Fragen wie diese beschäftigten uns beim Planungstreffen unserer Trägerorganisation, dem Aktionsbündnis „atomwaffenfrei.jetzt“, Anfang Februar in Köln.
29. März 2025: Demo gegen Mittelstreckenwaffen in Wiesbaden
Rund 3.000 Menschen kamen Ende März zur großen Demo gegen Mittelstreckenwaffen nach Wiesbaden, zu der wir mit weiteren Friedensorganisation aufriefen. Bei der Abschlusskundgebung beanstandete Regina Hagen von der Kamapagne „Friedensfähig statt erstschlagfähig. Für ein Europa ohne Mittelstreckenwaffen!“, dass die geplanten US-Marschflugkörper niedrig, unter dem Radar, und -Hyperschallwaffen besonders schnell fliegen. In beiden Fällen käme ein Angriff z.B. auf Moskau überraschend, eine Abwehr sei kaum möglich. Auch kritisierte sie den Einsatz russischer Mittelstreckenwaffen im Krieg gegen die Ukraine im November 2024.





Ostermärsche gegen neue Mittelstreckenwaffen
Aktionen in rund 100 StädtenBundesweit fanden zu Ostern die traditionellen Aktionen für Frieden und Abrüstung statt. Als Kampagne trugen wir dazu bei, dass von den Ostermärschen auch ein klares Signal für neue Rüstungskontrollinitiativen und gegen die Stationierung landgestützter Mittelstreckenwaffen ausging.
Lobbybriefe an neue Abgeordnete
Gemeinsam für Abrüstung und ein friedliches EuropaUnsere Sprecher*innen wenden sich Ende April an die Abgeordneten des neu gewählten Bundestages und laden sie zum Dialog ein. Neben der Forderung nach dem „Nein“ zur geplanten Stationierung neuer US-amerikanischer Mittelstreckenwaffen stehen dabei u.a. Initiativen für gemeinsame Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa im Zentrum.
Konzert der Lebenslaute in Mainz-Kastel
Musikalischer ProtestBei der Mahnwache des Aktionsorchesters „Lebenslaute“ hielt Kampagnensprecher Thomas Carl Schwoerer eine Rede. In dieser betonte er die Notwendigkeit zur Abrüstung von Mittelstreckenwaffen.
27. Juni 2025: Aktion am Rande des SPD-Parteitages
Friedensaktivist*innen der Kampagne „Friedensfähig statt erstschlagfähig. Für ein Europa ohne Mittelstreckenwaffen!“ bedankten sich am Rande des SPD-Parteitages am 27. Juni mit einem Banner bei den Unterzeichner*innen des Friedensmanifests aus der SPD.
„Auf dem Parteitag der SPD haben wir uns bei den Unterzeichner*innen des Friedensmanifest bedankt. Wir unterstützen ihre Ablehnung einer Stationierung von konventionellen US-Mittelstreckenwaffen ab 2026 in Deutschland. Anstatt die Rüstungsspirale weiter anzuheizen, sollte sich die Bundesregierung für Rüstungskontrolle und Abrüstung einsetzen.“, erklärte Kampagnensprecherin Angelika Wilmen (IPPNW) anlässlich der Aktion.
Die kurzfristig organisierte Aktion führte zu Gesprächen mit Delegierten und stieß obendrein auf Medieninteresse und zwei spontane Interviews. Darüber hinaus konnten zahlreiche Delegierte mit Infomaterial der Kampagne ausgestattet werden.
Wir bedanken uns bei allen Aktiven, die die Aktion ermöglicht haben, insbesondere bei der „IPPNW Deutschland“, der „Friedensglockengesellschaft Berlin“ und der „Berliner Mahnwache für das Verbot der Atomwaffen – weltweit!“.
Kampagne kritisiert geplanten Typhon-Kauf
Die Kampagne „Friedensfähig statt erstschlagfähig. Für ein Europa ohne Mittelstreckenwaffen!“ kritisiert den geplanten Kauf des mobilen Startsystems „Typhon“ durch die Bundesregierung. Diesen hatte Verteidigungsminister Boris Pistorius bei seinem US-Besuch angekündigt. Von dem System, das einem Sattelschlepper ähnelt, können Mittelstreckenwaffen mit einer Reichweite von über 1.600 km gestartet werden. In Frage kommen dafür Marschflugkörper vom Typ „Tomahawk“ und Raketen vom Typ „SM-6“, die zur Flugabwehr oder als ballistische Rakete gegen Bodenziele genutzt werden können.
Kampagne wächst weiter
55 Organisationen für ein Europa ohne MittelstreckenwaffenEnde Juli traf sich die Kampagne gegen Mittelstreckenwaffen zur Mitgliederversammlung. Dabei durften wir mit dem Bund für Soziale Verteidigung (BSV) und der Magdeburger Regionalgruppe des Versöhnungsbundes neue Mitglieder in unserer Kampagne begrüßen. 55 Mitgliedsorganisationen (sowie zwei Partnerorganisationen) machen seitdem aus unserer Kampagne ein kraftvolles Bündnis für ein Europa ohne Mittelstreckenwaffen.
Aktionswochen gegen Mittelstreckenwaffen
Für die Zeit ab dem Antikriegstag am 1. September bis zum Jahresende riefen wir als Kampagne zu Aktionswochen gegen Mittelstreckenwaffen auf. Dabei wurden Aktiven Ressourcen an die Hand gegeben, um das Thema Mittelstreckenwaffen weiter in die Öffentlichkeit zu tragen, Vorträge konnten auf die Beine gestellt werden und zur Mobilisierung zu Demos gegen Mittelstreckenwaffen beigetragen werden.
11. Oktober 2025: Für eine Zukunft in Frieden – nicht im Bunker!
Im Oktober konnten wir unsere Postkartenaktion „Für eine Zukunft in Frieden – nicht im Bunker!“ an den Start bringen. Mit dieser wenden wir uns an Verteidigungsminister Boris Pistorius und fordern ihn auf, von den Stationierungsplänen neuer Mittelstreckenwaffen und dem Kauf der dazugehörigen Typhon-Systeme Abstand zu nehmen und sich für die Wiederaufnahme von Rüstungskontrollverhandlungen stark zu machen!
Mitmachen kannst du noch bis Ende Januar 2026, denn die gesammelten Postkarten wollen wir am Rande der Münchner Sicherheitskonferenz im Februar symbolisch an Verteidigungsminister Pistorius überreichen.
Aktionsmaterialien, Flyer, Artikel, Präsentationen und mehr
Der Informationsbedarf rund um das Thema Mittelstreckenwaffen in diesem Jahr war enorm. Das konnten wir ganz deutlich an der Nachfrage nach unseren Kampagnenmaterialien merken. Insbesondere unseren Flyer, in dem wir darüber aufklären, welche Gefahren von Mittelstreckenwaffen ausgehen sowie unsere Aktionspostkarten an Verteidigungsminister Pistorius (siehe unten) sind so gefragt, dass wir beide mehrfach in fünfstelligen Auflagen nachdrucken mussten.
Eine Übersicht über unser Aktions- und Infomaterial sowie weitere Hintergrundartikel, Musterreden und -präsentationen findest du hier.
